Neu ab 2026! Wir veröffentlichen hier nun im Laufenden Nachbetrachtungen unserer Online-Events:
1. Der gelungene Online-Vortrag von Prof. Christoph Sorg (HU Berlin) am 10.12.25 behandelte die gerade im deutsch-, englisch- und französischsprachigen Raum immer lautere Debatte um demokratische Wirtschaftsplanung als gangbare und notwendige Alternative zur mehr oder minder freier Marktwirtschaft und Kommandoplanung. Wie von Christoph treffend erläutert, hat diese Debatte eine über 100-jährige Geschichte und dreht sich intensiv darum, ob Märkte oder Planung bessere Mechanismen zur Koordination der Wirtschaft (und welcher Sektoren) sind. Aktuell gewinnt die Diskussion vor allem wegen der Klimakrise und der Notwendigkeit, Ressourcen effizient und sozial gerecht zu verteilen, einiges an Fahrt.
Im herkömmlichen Kapitalismus gibt es allerdings tatsächlich bereits viel Planung, sowohl in Unternehmen als auch auf Staatsebene. Unternehmen planen intern ihre Ressourcen, während Staaten versuchen, Wirtschaftswachstum, Legitimität und Sicherheit auszutarieren. Auch hier gibt es, mit der Renaissance der nun positiv wahrgenommenen Industriepolitik (die lange verpönt war), eine zunehmende Planungstendenz, die durch technologische Fortschritte und die Klimakrise verstärkt wird.
Im Anschluss wurde mit den Teilnehmer*innen eine rege Diskussion geführt, in der Themen wie Möglichkeiten, um schon jetzt etwas zu verändern – Stichwort Einstiegsprojekte oder Rationierung, und wie diese auch sinnvoll möglich seien – erörtert und vertieft.
Wir danken Christoph für seinen Vortrag und freuen uns auf einen spannenden, weiterführenden Workshop mit ihm und seinem Ko-Autor, den wir aktuell in Zusammenarbeit mit der Internationalen Karl-Polanyi-Gesellschaft für Ende Juni/Anfang Juli 26 planen. In der Zwischenzeit verweisen wir auf folgenden Podcast mit Christoph: https://podcast.dissenspodcast.de/284-plan
WEITERE NEWS:
Wir suchen Angel Investors, private und öffentliche Förderer:innen, Sponsor:innen und insbesondere Stipendien-Finanzierer:innen!
Bei Interesse am Lehrgang und Programm, get in touch: akademie(at)gemeinwohl.coop
NEWS:
Neustart mit Weitblick: Die Neue Akademie unter Leitung von Johannes Waldmüller
Mit großer Freude kündigen wir ab Mitte August 2025 die Neuausrichtung der Akademie unter der Leitung von Johannes Waldmüller an – inhaltlich wie programmatisch.
Johannes übernimmt nach über sieben Jahren intensiver Aufbauarbeit durch Christina Buzcko, der wir für ihr außerordentliches Engagement herzlich danken. Aufbauend auf dem Bestehenden möchte er die Akademie sanft, aber zielgerichtet erneuern – breiter aufgestellt, jünger, internationaler und zeitgemäßer im geopolitischen Kontext. In diesem Sinne: Welcome to the Common Good Lab!
Neue Ausrichtung – Gemeinwohl im Zentrum
Im Fokus der Akademie Neu steht die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Gemeinwohl-orientierten Handlungsansätzen in Theorie und Praxis. Dabei rückt die Reflexion über, und Aktualisierung des Gemeinwohl-Ansatzes selbst, sowie Inhalte und Ziele, angesichts des beschleunigten Klimawandels und multidimensionaler Katastrophen noch stärker ins Zentrum.
Gleichzeitig erleben wir weltweit eine gefährliche Rückkehr autoritärer, faschistischer, chauvinistischer und neo-imperialer Kräfte “powered by” fossilen Energiemodellen. Diese Entwicklungen sind eng verknüpft mit einer globalen Vermögenskonzentration in den Händen weniger; einer Finanz- und IT-Elite (manchmal als “Cloudalisten” bezeichnet), die wesentlich zur Klimakrise beiträgt und sich gleichzeitig ihrer Folgen entzieht.
Vor diesem Hintergrund erhält die Frage nach einer gerechten, ethischeren und zukunftsfähigen Wirtschafts- und Finanzordnung eine immense Dringlichkeit. Die Akademie Neu - als Zentrum des Austausches und der Vernetzung, sowie als Lab für die Umsetzung konkreter Innovationen im Dienste der zivilgesellschaftlichen Vernetzung und des Widerstandes - will hier Antworten suchen, in neue Terrains vor- und Debatten anstoßen, sowie konkrete Alternativen erlebbar machen. Johannes, mit seinen gut 10 Jahren Lebenserfahrung in den Anden Südamerikas und 6 Jahren in Lausanne und Genf, bringt hierzu wesentliche Impulse mit.
Wien als strategischer Ort
Der Standort Wien ist dabei für uns zentral: Die Akademie für Gemeinwohl steht sinnbildlich für eine Vision jenseits der herrschenden Wirtschaftslogiken – etwa als bewusstes Gegengewicht zur sogenannten „österreichischen Schule der Nationalökonomie“ (insbesondere Hayek, Mises, später Friedman; mit Abstrichen: Böhm-Bawerk, etc.), deren Ideologie seit den 1960/70er-Jahren weltweit Einfluss gewann und deren Neoliberalismus sich schrittweise radikalisiert und biologisiert (rassistisch aufgeladen) hat.
Diese Strömung – durch Netzwerke wie die Mont Pèlerin Society und Atlas Netzwerk – hat nicht nur wirtschaftspolitisch Maßstäbe gesetzt, sondern wurde mittels rechter Thinktanks, Institute und Wirtschaftsakteure zunehmend ideologisch aufgeladen und politisch instrumentalisiert. Ihre Spuren finden sich heute in neo-feudalistischen und zunehmend offen rassistischen Elitenprojekten, in der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik, ebenso wie im Umfeld der AfD, etwa durch die Rolle der Degussa (aufgekauft durch AfD-nahe Kräfte) im Goldhandel. In Deutschland hat z.B. Thilo Sarrazin rassistische Diskurse aus den USA wirtschaftspolitisch übernommen und eingeführt. Auch in Österreich ist das enge Verhältnis zwischen FPÖ und Hayek-Gesellschaft schon lange klar dokumentiert.
Gemein ist diesen Akteuren eine Agenda, die auf die Schwächung staatlicher Strukturen, die Aushöhlung demokratischer Institutionen und die Kommerzialisierung öffentlicher Güter abzielt. Zudem soll die globale Bevölkerung nach rassistischen und IQ-basierten Eugenik-Vorstellungen gemäß der totalisierten Marktlogik gleichzeitig geopfert und in ihrer Mobilität eingeschränkt werden, damit „Kapital und Güter wieder frei zirkulieren können“ (Slobodian 2024) – bis hin zur Errichtung privatwirtschaftlich kontrollierter Stadtstaaten wie etwa Próspera auf der Insel Roatan in Honduras. Ihre Vision: „Freiheit“ für wenige, Kontrolle und Tod für viele.
Gemeinwohl als Gegennarrativ
Dem setzen wir eine klare Gegenposition entgegen: Gemeinwohl als gelebte Praxis einer solidarischen, demokratischen und ökologisch verantwortlichen Gesellschaft.
Die Neue Akademie - das Common Good Lab - versteht sich dabei als internationales Laboratorium und Atelier für internationale Begegnung, Expertise, Wissenstransfer, Einflussnahme, Empowerment und systemische Veränderung. Unsere Schwerpunkte:
- Gegen das Ende der „Solidaritätsgeneration“: Förderung junger Changemaker – insbesondere Frauen und Menschen mit Migrationsbiografie
- Strategische Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen und institutionellen Partnern
- Ausbau unserer Advocacy-Arbeit und Präsenz in sozialen Medien
- Neue digitale Inhalte, Online-Formate und Fördermöglichkeiten
- Programme zur kritischen, ethisch fundierten Financial Literacy sowie zu konkreten Handlungsoptionen im Umgang mit der Wirtschafts- und Klimakrise hin zu einer gerechteren Weltordnung
- Aufbau eines Legacy-Programms für Angel Investors und besondere Unterstützer:innen
- Regelmäßige Podcasts, Video-Blogs und Interview-Formate mit Gästen und Expert:innen
- Überarbeitung unserer Newsletter-Formate
- Starke Internationalisierung und Mehrsprachigkeit unserer Website
- Aktive Beteiligung an internationalen Projekten zur Stärkung der Gemeinwohlbewegung in Europa und darüber hinaus
Ausblick
Wir glauben an eine Zukunft, die auf Kooperation, Gerechtigkeit, Fairness und Verantwortung basiert – und an die Kraft gemeinschaftlichen Handelns. Die Neue Akademie will Räume schaffen, in denen Visionen entstehen und Wandel möglich wird.
Wir laden Dich herzlich ein, diesen Weg mit uns zu gehen.
Gemeinsam für das Gemeinwohl.