grüne Glühbirne

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ONLINE: Gefahren von Greenwashing in der Vermögensberatung …und wie damit umgehen

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Seit August 2022 ist die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen von Kund*innen in der Anlageberatung für Berater*innen verpflichtend. Worauf muss hier in der Beratung geachtet werden? Und wie kann in der Beratung der Mehrwert nachhaltiger Finanzprodukte gezeigt werden, ohne (unbewusst) Greenwashing zu befördern?

Mit der Änderung der MiFID-II Richtlinie im Rahmen der Umsetzung des EU-Aktionsplans zur Finanzierung Nachhaltigen Wachstums soll die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen von Kund*innen in der Anlageberatung verpflichtend werden.
Dabei wird Greenwashing ein wesentliches Thema spielen.

Nach einer aktuellen Studie der Universität Hamburg sind beispielsweise nur 1/3 der Art. 9 Fonds tatsächlich dem Impact Investing zuzuordnen. Demnach ist Impact Washing eine nächste Variante in der Greenwashing-Diskussion und erhöht die Komplexität in der Beratung.

Ebenso sind Wissenslücken bei den Konsument*innen oder eine nahezu idente Titelselektion der nachhaltigen Fonds im Vergleich zu den herkömmlichen Fonds eine große Herausforderung in der Finanzberatung für nachhaltige Geldanlagen. Nach einer Studie und eigenem Research aus der Datenbank von 14.000 Fonds (Quelle: Mountain View) sind beispielsweise nachhaltige Fonds zu herkömmlichen Fonds in der Auswahl ihrer Investments zu 88% deckungsgleich und sich auch in der Branchendiversifikation sehr ähnlich. Es ist daher für die Beratung wichtig, den Mehrwert nachhaltiger Finanzprodukte herauszuarbeiten, ohne Greenwashing (unbewusst) zu betreiben.

Inhalte:

1. Greenwashing und nachhaltige Finanzprodukte

  • Übersicht der nachhaltigen Assetklassen im Kontext eines möglichen Greenwashing
  • Begriffe der Nachhaltigkeit/ ESG/ Impact Investing im Kontext von Greenwashing
  • Vermeidet die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen Greenwashing?
  • Rolle von ESG-Ratingagenturen und Labels für das Erkennen von Greenwashing

2. Greenwashing und Vermögensberatung

  • Arten von Greenwashing mit unterschiedlicher Konsequenz für Anleger*innen
  • Rolle der Finanzmarktaufsicht bei Greenwashing
  • Aktuelle Praxisbeispiele aus selbst durchgeführten ESG-Studien
  • Mögliche Schadenersatzansprüche der Anleger*innen
  • Maßnahmen gegen Beraterhaftung

3. Q&A-Session

  • Leitfaden zum Greenwashing für richtige Fragen an Konsument*innen und an Fondsmanager*innen. Welche Antworten muss man erwarten können.

Zielgruppen:

  • Privatkundenbetreuer*innen aus der Finanzdienstleistung
  • Finanzmakler*innen / Vermögensberater*innen
  • Vermögensverwalter*innen
  • Mitarbeitende aus den Family Offices

Referenten:

Levente B. Nagy - Rechtsanwalt
Levente ist seit 2020 eingetragener Rechtsanwalt in Wien. Vor der Gründung seiner eigenen Rechtsanwaltskanzlei mit einem starken Fokus auf Sustainable Finance war er bei einer internationalen Großkanzlei sowie bei einer der Big Four Wirtschaftsprüfungskanzleien in Wien tätig. Im Jahr 2018 promovierte er zum Dr. iur. an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Er berät seine Klienten zu allen relevanten Anliegen rund um Nachhaltigkeit, u. a. zu: Green Loans oder Sustainability-linked Loans; Green Bonds und Green Finance; ESG-Scoring. Er hält regelmäßig Vorträge in seinen Fachgebieten und lehrt als externer Lehrbeauftragter an der FH Wiener Neustadt. Seine Beiträge wurden bereits in diversen, anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht.

Herbert Ritsch – ESG Solutions
Ritsch beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit in der Finanzbranche seit 15 Jahren. Er war in leitenden Positionen bei Fondsgesellschaften, einer Privatbank und einem ethisch ausgerichteten Bankinstitut. Nach Gründung von ESG Solutions erstellt er ESG-Studien, führt nachhaltige Portfoliochecks durch und ist Spezialist in Impact Investing.
Er hat den EFFAS ESG Analyst (CESGA®) erfolgreich absolviert, ist zertifizierter Portfoliomanager und diplomierter Börsenhändler für Wertpapiere und Derivate. Zudem hat er die Bank-Treasury Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und ist akkreditierter Prüfer des österreichischen Umweltzeichens UZ49 für Finanzprodukte. Ritsch studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien, der Donauuniversität Krems und LSE London. Er promovierte in Angewandte Informatik.

Teilnahmebeitrag: EUR 49,- für Genossenschaftsmitglieder/ EUR 89,- regulär.

 

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